Samstag, 5. Juli 2008

5) Ausflug nach Wyborg

Nachdem ich am Vortag nach Olja’s Geburtstag auch erst wieder spät aus der Stadt in meine Wohnung kam, musste ich trotzdem am Sonntag frűh aus den Federn, denn es stand ein Ausflug nach Wyborg auf dem Programm. Die ca. 78000-Einwohner-Stadt befindet sich 120 km nordőstlich von St. Petersburg, ca. 25 km von Finland entfernt am Finnischen Meerbusen und gilt als eine der ältesten Städte Russlands. Vor dem 2. Weltkrieg gehőrte Wyborg zu Finnland, die Stadt wurde erst später ein Teil von Russland.

Conny, Tina und ich trafen uns um 7:15 h (was bedeutet, dass ich um 05:30 aufstehen musste) an der Metrostation Ploschad Lenina vor dem “Finlanskij Woksal” (Finnischer Bahnhof). Es gibt nur wenige Schnellzűge nach Wyborg und wir haben natűrlich den ersten gleich mal verpasst. Also fuhren wir eine Stunde später mit einem alten Regionalzug und verbrachten 3 Stunden auf ziemlich ungeműtlichen Holzbänken.



Die Fahrt hat sich allerdings wirklich gelohnt! Vyborg ist eine nette kleine Stadt mit sehr vielen historischen Gebäuden, unberűhrter Natur und zahlreichen kleinen Cafés.



Erster Programmpunkt war eine Stadterkundung zu Fuβ. Wir besuchten unter anderem die “Burg Wyborg” mit ihrem berűhmten “Olafturm”, den von Katharina II gestifteten Uhrturm, auf den man nur mit viel Geschick űber eine fast senkrechte Treppe gelangt, die Stadtbibliothek, die zahlreichen finnischen Bűrgerhäuser, Kirchen und den Hafen mit tollem Blick auf’s Meer. Zwischendurch aβen wir im bekanntesten Restaurant der Stadt – “Restaurant Camelot” zu Mittag und den Rest des Tages verbrachten wir mit Eisessen im Park und Kaffeetrinken am Bahnhof.



Leider hat der Akku von meiner Digicam zwischendurch den Geist aufgegeben. Ich kann euch also nur notdürftig mit Fotos versorgen. Den Rest muss ich erst von Conny und Tina holen.





Conny und ich im Zug




Wyborger Bahnhof


Der Beweis dass wir auch wirklich dort waren *g*



Kirche


Eine der vielen kleinen Gassen


Und wieder mal der Lenin


Ein altes, aber schönes Gebäude


Tina und Conny am Hafen am Finnischen Meerbusen


Ich hab durch das lange Fortgehen, Geburtstag-feiern und Sightseeing das ganze Wochenende viel zu wenig Schlaf erwischt und somit den Wecker am Montag Morgen schlicht und einfach űberhőrt. Ich bin also nicht wie sonst um 09:00 h, sondern erst um 10:30 h im Bűro eingetrudelt und meine Kollegen haben sich sehr darűber aműsiert. War also nicht wirklich schlimm!

















4) Schulschluss in Russland und Geburtstag von Olja

Am 20. Juni war hier in St. Petersburg die Hőlle los!!! Sämtliche Schűler feierten den Schulschluss und es kann sich kein Mensch vorstellen, wie da auf der Niewskij Prospekt gefeiert wurde. Mittlerweile bin ich ja an die Menschenmassen gewőhnt, aber das hat echt alles geschlagen! Und ich trau mich zu sagen, dass sicher fast die Hälfte der Leute betrunken war, was sich nicht zuletzt durch lautes Geschrei, zentimeterhohe Műllberge. Unmengen von zerbrochenen Glasflaschen und Staus in den Fastfood-Restaurants bemerkbar machte.





Menschenmassen auf dem Niewskij Prospekt (03:24 h - hab auf dem Bild die falsche Zeit eingestellt)





Müllberge auf der Straße





Und warum die Leute alle in die selbe Richtung gingen weiß ich bis heute nicht.


Eigentlich hatte ich nicht vor, am Abend so lange wegzubleiben, aber es war so lustig in der Stadt, dass ich erst um 07:30 h frűh ins Bett kam. Conny, Tina, Tanja und ich haben uns erst mit ein paar Deutschen im Park getroffen, dann waren wir in der neuen Sotschi-Bar und anschliessend im Fidel (Pub), wo die Musik super ist und ich űbrigens einen Österreicher getroffen hab!


Treffen im Park - v.l.: Tina, Stefan, Michael, Unbekannt *g*, Conny, Tanja





In der Sotschi-Bar - Conny, Ich und Tanja





Eingang zum Fidel - eigentlich ist die Bar immer viel zu voll, aber was soll's





Draußen beim Frische-Luft-Schnappen - Conny, Tanja, Tina


Danach wollten wir noch irgendwo was essen gehen (ca. 4:00 h), aber die Lokale waren entweder total űberfűllt oder geschlossen. Schlussendlich sind wir nach einer Stunde Fuβmarsch in einem kleinen Bistro gelandet in dem wir von einer unfreundlichen Dame einen nicht wirklich schmackhaften Snack zu űberlauter Musik auf unbequemen Stűhlen serviert bekamen. Was soll’s – ich war einfach nur froh zu sitzen – meine hohen Schuhe haben mir nämlich schon schwere Probleme bereitet (Ich weiβ – selbst schuld *g*).


Samstag, 21. Juni war Olja’s Geburstag. Eigentlich war ich noch totműde, aber ein Angebot zum Sushi-Essen konnte ich dann doch nicht ausschlagen *g*. Nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen haben ging’s zu einem Spaziergang in den Stadtpark, dann ins Café People – dismal allerdings ohne Tiramisu ;-) und zu guter letzt mit der Metro zurűck nach Hause.



Tina und Olja beim Japaner


Eingang zum Michailowskij Garden





Spaziergang



Olja und Ich bei der Christi-Auferstehungs-Kirche

Und zu guter Letzt - Mit dem Geburtstagskind auf einen Kaffee im Café People












3) Weiße Nächte in St. Petersburg

Eigentlich eine Schande dass ich noch gar nichts űber die Weissen Nächte (Ende Juni/Anfang Juli) erzählt hab.
Die Weissen Nächte gibt’s ja an allen Orten, die ca. zwischen 60º nőrdlicher oder sűdlicher Breite und dem Nordpol bzw. Sűdpol liegen. Die Sonne geht in diesen Nächten nur fűr kurze Zeit unter – es ist also fast durchgehend hell. Je kűrzer der Abstand zum Pol, umso länger dauert das Phänomen.

Dadurch werd ich momentan immer sehr dazu verleitet spät ins Bett zu gehen weil’s schwer ist einzuschlafen wenn’s so hell ist. Aber das Gute an dem Ganzen: Man braucht absolut keine Angst zu haben abends alleine herumzulaufen!

Ich hab mal versucht das Ganze fűr euch mit der Kamera festzuhalten.



Auf der Datumsanzeige sieht man - es ist 23:45 und immer noch hell!






Und nochmal ...



1) Raphi zu Besuch und 2) 3-Tages-Trip nach Moskau

Schon bevor ich die paar Tage in Österreich war hat Raphi angekűndigt, dass sie mich in St. Petersburg besuchen kommt. Raphi studiert wie ich an der FH in Krems und macht ihr Praktikum bei der AUA in Moskau. Ich hab das nette Mädl eigentlich erst so richtig in Frankreich während meines Austauschsemesters kennen gelernt. In Chambery haben wir Hőhen und Tiefen zusammen erlebt – Fortgehen ohne Ende, geműtliche Stunden im Café, endloses Quatschen, Lernstress an der Uni, Brand im Wohnheim, Kampf gegen aufdringliche Franzosen und, und, und…

Am 12. Juni war es dann soweit – Raphi und ein paar ihrer Kolleginnen aus Moskau sind am Moskovskij Woksal (=Hauptbahnhof in St. Petersburg) angekommen. Wir haben uns gleich mal auf den Weg zu meiner Wohnung gemacht, haben gequatscht und sind anschliessend noch in die Stadt gefahren. An die Abfolge des Aufenthaltes kann ich mich gar nicht mehr so genau erinnern. Auf jeden Fall gehőrten unsere Besuche im “Café People” zu den tollsten Erlebnissen.

Das Café People ist ein total geműtliches Kaffeehaus in der Innenstadt, in dem es auch eine englische Speisekarte gibt, die Kellner im Vergleich zu anderen Restaurants wirklich nett sind und vor allem bekommt man dort ganz tolles Essen und sehr guten Wein. Meine ersten positiven Erfahrungen mit dem CAFÉ-PEOPLE-TIRAMISU hab ich vor ein paar Wochen nach dem Fortgehen um 4 h frűh gemacht. Das Dessert wird in einem Cocktailglas serviert, ist wahnsinnig schőn dekoriert und vor allem schmeckt es himmlisch!!! Weil Raphi und ich uns ja eine ganze Menge zu erzählen hatten, kam es dann so dass wir fast jeden Tag im Café waren, Wein getrunken und Tiramisu gegessen haben. Am liebsten hätten wir den ganzen Vorrat geplűndert, das wär uns aber dann doch zu teuer gekommen.



Mmmh, lecker ...


Trotz langen Kaffeehaus-Sitzungen hatten wir aber auch noch Zeit fűr Sightseeing. Während der nächsten 2 Tage sind wir durch die Stadt gebummelt, haben eine Bootsfahrt gemacht und einfach ein paar geműtliche Stunden verbracht. Leider mussten Raphi und ihre Freundinnen als sie den Katharinenpalast besichtigen wollten 3 Stunden vorm Eingang warten weil so viele Leute dort waren. Also, ich als Ungeduldsmensch hätte wahrscheinlich schon längst aufgegeben! Respekt fűr euer Durchhaltevermőgen!!!


Raphi und ich bei der Bootsfahrt


Fontäne auf der Newa


Ein bisschen crazy muss man sein *g*


Am Ende taten uns die Füße weh

Tja – und da war das verlängerte Wochenende auch schon fast vorbei – Raphi musste am Samstag wieder zurueck nach Moskau. Allerdings sollte ein Wiedersehen nicht lange auf sich warten lassen …



2) 3-TAGES-TRIP NACH MOSKAU

Wie ich bereits erwähnt habe, sollte ich Raphi schon bald wieder sehen…

Warum?

Im Bűro wurde mir mitgeteilt dass es Probleme mit meiner Registrierung gibt (man muss ja seinen Aufenthalt in Russland innerhalb von 3 Tagen anmelden) und ich deshalb nach Moskau fahren muss, um das persőnlich zu machen. Naja – so ging eigentlich alles ziemlich schnell. Mein Kollege hat mir ein Zugticket besorgt, ich hab Raphi angerufen dass ich sie besuchen komme, hab meine Sachen gepackt und bin 2 Tage später, am 15. Juni um 13:00 h, in den Zug gestiegen um meine 8-h-Reise nach Moskau anzutreten.

Da war ich erstmal total űberrascht, denn der Zug war auβerordentlich komfortabel und ich bekam sogar einen Liegewagen. Ich hab’s mir also geműtlich gemacht und bin nach ca. 2 Stunden Fahrt eingeschlafen. Irgendwann hat mich dann die Schaffnerin aufgeweckt und hat gemeint ich sei im falschen Abteil – und sie hatte recht – ich hab einer Familie den Platz weggeschnappt *g*. Die Zahlen auf dem Ticket konnte man nicht sonderlich gut lesen – also hab ich die Nr. 20 mit der Nr. 28 verwechselt. Naja – bin ich halt umgezogen und hab weitergeschlafen.

Nach der Ankunft in Moskau um 21:55 h hat Raphi mich vom Bahnhof abgeholt und wir sind erstmal was essen gegangen. Im Restaurant “Il Patio” gabs Pizza und Nudeln und anschliessend sind wir totműde ins Bett gefallen.


Fűr Montag hatte ich mit den Kollegen vom Felbermayr-Bűro in Moskau abgemacht, dass ich am vormittag vorbeikomme und wir das mit der Registrierung regeln. Ich war also um 09:30 h dort, wurde den Mitarbeitern vorgestellt, hab ein Gespräch mit der Geschaeftsfűhrerin gefűhrt und anschliessend 4 Stunden gewartet. Im Endeffekt lief es darauf hinaus, dass ich am nächsten Tag nochmal kommen sollte. Ich ging also ohne Registrierung wieder und hab mich mit Raphi am Красная площадь (= Red Square = Roter Platz) verabredet. Ich war total beeindruckt von den alten roten Gebäuden und natűrlich vom Kreml, dem Historischen Museum, der Basilius-Kathedrale und dem teuren Kaufhaus GUM.


Beim Eingang zum Roten Platz


Vor dem Lenin-Mausoleum am Roten Platz


Ich vor der Basilius-Kathedrale


Und nochmal Raphi und Ich


Die Kremlmauer


Der Kreml


Das Kaufhaus "GUM" - leider kann sich ein Normalsterblicher die Sachen da drin nicht leisten :(


Als nächstes stand ein Spaziergang zur Christi-Erlőser-Kathedrale auf dem Programm. Von der Brűcke aus hat man einen tollen Blick auf den Roten Platz und das umliegende Gebiet. Bei der Kathedrale angekommen hab ich fleissig Fotos geknipst und mich einfach nur gefreut, dass ich die Mőglichkeit bekam, auch mal nach Moskau zu reisen. Im nahegelegenen “Il Patio-Restaurant” haben wir’s uns dann richtig gut gehen lassen – wir haben gut gegessen, Wein getrunken und zum Abschluss noch ein Dessert bestellt. Raphi entschied sich fűr – ja was wohl – TIRAMISU *g* und ich freute mich wie ein kleines Kind űber Apfelkuchen mit Vanilleeis.




Auf der Brücke an der Moskwa - Auf dem Weg zur Christi-Erlöser-Kathedrale



Christi-Erlöser-Kathedrale


Wie man sieht war ich begeistert ;)


*grrrrrrrrrr* - Löwe vor der Kathedrale


Im Il Patio - Raphi mit ihrem Tiramisu - und der Wein durfte natürlich auch nicht fehlen


*jippiih* - Ein traditioneller Apfelkuchen mit Eis


Am Abend fuhren wir mit der Metro zum Deutsch-Russischen Haus, um das Fuβbalmatch Deutschland-Österreich anzuschauen. Dort traf ich auch auf einen weiteren Studienkollegen aus Krems, Sebastian Saulich, der ebenfalls sein Praktikum in Moskau macht. Im ganzen Gebäude wimmelte es nur so von deutschen Fans während wir Österreicher schwer in der Unterzahl waren. Vielleicht lags daran dass wir das Spiel verloren haben ;-)
Naja – wir haben auf jeden Fall unser bestes getan und fleiβig mitgefiebert – mit Österreich-Fahne im Gesicht, Gratis-Bier und Chips. Weil die letzte Metro in Moskau um 1:00 h frűh fährt mussten wir uns richtig beeilen um sie noch zu erwischen, was wir gottseidank geschafft haben.



Wie in Österreich - Fußball auf Großleinwand



Sebastian und Raphi beim Mitfiebern



Wir hatten echt viel Spaß dort - und mittlerweile werd ich schon Fußballfan



2 Bekannte von Raphi - Unterstützung für die Österreicher


Bier gehört zum Fußball-Schauen dazu - aber das brauch ich euch ja nicht erzählen *g*

Am Dienstag vormittag haben wir ausgeschlafen und am Nachmittag ging’s erst in einen Park mit ganz vielen Monumenten. Jedes der Gebäude im Park hat eine bestimmte Bedeutung und das ganze Gelände ist wirklich schőn.



Eingang zum Park



Und wieder mal Fontänen im Hintergrund



Lenin-Statuen gibts auch an jeder Ecke



Leider weiß ich nicht wie das heißt - ist auf jeden Fall ein goldener Brunnen *g*



Flugzeuge und Raketen ...


Und die kleine Kerstin vor dem großen Brunnen


Als nächstes fuhren wir zur Universität – sie ist eines der insgesamt 7 Gebäude im Zuckerbäckerstil und einfach nur gigantisch gross! Der nächste Stop war Старыи абат (Stari abbat) – die wohl bekannteste Kűnstlerstrasse der Stadt auf der man ein Porträt von sich malen lassen kann, Musiker ihre Stűcke vorfűhren und es alles mőgliche zu kaufen gibt. Im “Hard Rock-Café” gab’s eine Kaffeepause und dann noch einen kleinen Shoppingausflug zu Esprit. Übrigens haben wir die Kellnerin im Café gefragt ob wir bitte einen Lőffel zum Kaffee haben kőnnten, aber sie meinte nur: “UNFORTUNATELY NOT” und ging wieder. *häääää* ???? Besitzen die sowas aussergewőhnliches nicht?
Ach ja: und das Treffen im Bűro wegen der Registrierung wurde auch wieder nix – ich wurde auf den nächsten Tag vertrőstet.



Die Universität



Auf der Künstlerstraße



Sogar am Boden gibts Malereien



Und ganz viel Kunstzeugs gibts zu kaufen


Da rűckte der Abreisetag auch schon näher – Mittwoch um 16:30 h. Da Raphi am Mittwoch arbeiten musste, wollte ich den Vormittag nutzen um mir das Больжои Театр (Bolschoi Teatr = Grosses Theater) anschauen. Dazu kam’s aber leider nicht weil ich trotz Metroplan vollkommen orientierungslos fast 1,5 Stunden mit der U-Bahn herumgefahren bin und weder die richtige Station noch den richtigen Ausgang gefunden hab. Ich hab das Moskauer Metro-System einfach nicht gecheckt. Ich fűhlte mich wie in einem Labyrinth und war echt schon fast am verzweifeln als ich mich dazu entschied einfach mal irgendwo auszusteigen. Und siehe da: ich stand plőtzlich wieder an der Station an der ich eingestiegen war und schaffte es in ein kleines Café an der Station “Sukharevskaya” bei der sich auch das Felbermayr-Bűro befindet. Endlich klappte alles mit der Registrierung und ich konnte die Heimfahrt antreten.


Hier zum Vergleich:


Die erste Zeichnung ist der Metro-Plan von St. Petersburg - es gibt nur 4 Linien und alles ist übersichtlich.
Und das hier ist der Metro-Plan von Moskau - 12 oder so Linien - kein Wunder dass man sich da verfährt!